Kirchenkreis Osnabrück Zukunftskonzept 2030
„Inspiriert von der Evangelischen Erwachsenenbildung Osnabrück und von uns redaktionell aufbereitet.“
Der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Osnabrück stellt wichtige Weichen für die kommenden Jahre. Bei der fünften Sitzung der Kirchenkreissynode (KKS) im Gemeindehaus von St. Marien ging es um zentrale Entscheidungen für die Zukunft der kirchlichen Arbeit in der Region.
Im Mittelpunkt standen zwei Themen:
- der Trägerwechsel für 25 Kindertagesstätten
- die Entwicklung eines Zukunftskonzepts für den Kirchenkreis Osnabrück bis 2030
Außerdem stellte Superintendent Dr. Joachim Jeska seinen Ephoralbericht vor.
Breite Zustimmung für den Kita-Trägerwechsel
Ein zentrales Thema der Sitzung war die Übertragung der Trägerschaft von 25 Kindertagesstätten an den Kirchenkreisverband Osnabrück-Stadt und -Land.
Bereits in zwei vorherigen Sitzungen hatte sich die Synode ausführlich mit diesem Schritt beschäftigt. Ergänzende Erläuterungen gab Robert Gehrmann, betriebswirtschaftlicher Geschäftsführer für die Kitas im Kirchenkreis Osnabrück.
Der Kirchenkreisverband soll künftig eine unselbstständige Dienststelle für die Kindertagesstätten betreiben. Dort wird die gesamte organisatorische Arbeit für die Einrichtungen gebündelt.
Wichtig für die Praxis:
- Die drei regionalen Kita-Geschäftsstellen bleiben bestehen
- Dadurch bleiben kurze Wege und regionale Ansprechpartner erhalten
- Kooperationsvereinbarungen regeln weiterhin die Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinden und Kitas
Klare Mehrheit in der Synode
Die Kirchenkreissynode stimmte deutlich für den Trägerwechsel:
- 41 Ja-Stimmen
- 15 Enthaltungen
- 2 Nein-Stimmen
Auch die Kirchenkreissynoden von Bramsche und Melle-Georgsmarienhütte sowie der Kirchenkreisverbandsvorstand hatten zuvor bereits zugestimmt.
Der geplante Zeitpunkt für den Betriebsübergang ist der 1. Januar 2027.
Kirchenkreis Osnabrück entwickelt Zukunftskonzept 2030
Neben dem Kita-Thema richtete sich der Blick der Synode auch klar nach vorn:
Der Kirchenkreis Osnabrück möchte ein Zukunftskonzept für das Jahr 2030 entwickeln.
Pastorin Dr. Jutta Tloka und Pastor Matthias Groeneveld stellten im Namen des Gemeindeausschusses einen Plan für diesen Prozess vor.
Drei zentrale Arbeitsfelder
Der Schwerpunkteausschuss der Synode der Landeskirche Hannovers hat drei Bereiche definiert, die künftig stärker in den Fokus rücken sollen:
- Anfänge im Glauben
- Seele stärken
- Sozialraumorientierung
Gleichzeitig stellt sich eine entscheidende Frage:
Wie können diese Aufgaben künftig umgesetzt werden – bei weniger Personal und sinkenden finanziellen Mitteln?
Pastorin Tloka formulierte es so:
„Kurz: Wie wird und wie soll unser Kirchenkreis im Jahr 2030 aussehen?“
Beteiligungsprozess für Gemeinden und Einrichtungen
Um Antworten auf diese Frage zu finden, soll ein breiter Beteiligungsprozess starten.
Alle Gemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises sollen aktiv mitwirken. Dazu hat der Gemeindeausschuss unter anderem:
- einen Fragebogen zur Selbstbeschreibung entwickelt
- einen ambitionierten Zeitplan für die weitere Arbeit vorgeschlagen
Pastor Groeneveld betonte dabei:
„Aber das Ziel ist, vor der Entwicklung bzw. vor dem Prozess zu sein, um vor dem nächsten Stellenrahmenplan das Konzept für die inhaltliche Arbeit fertig zu haben.“
Werkstatt-Tag im September
Während der Diskussion wurde angeregt, den Zeitplan zu verlängern.
Am Ende entschied sich die Synode jedoch mit großer Mehrheit für den vorgeschlagenen Zeitplan.
Ein wichtiger Termin steht bereits fest:
Werkstatt-Tag der Kirchenkreissynode
📅 Samstag, 19. September
Dort sollen die Ergebnisse der Fragebögen gemeinsam ausgewertet und weiterentwickelt werden.
Herausforderungen: Personal und Finanzen
Superintendent Dr. Joachim Jeska blickt trotz der Herausforderungen optimistisch auf den Zukunftsprozess.
Er sagte:
„Diese Zeit der Transformation sollten wir aktiv gestalten, um das Beste für die Menschen in unseren Gemeinden und Stadtteilen zu erreichen. Wir werden fair miteinander diskutieren, hinschauen und gemeinsam gestalten, damit der Weg in die Zukunft und unsere Entscheidungen dafür transparent sind.“
Aktuell seien die Gemeinden im Kirchenkreis gut versorgt, auch wenn durch Elternzeit, Studienzeiten oder Veränderungen einzelne Herausforderungen entstehen.
Gleichzeitig stehen jedoch finanzielle Einsparungen bevor.
Nach aktuellen Planungen der Landeskirche müssen zwischen 2025 und 2034 rund 30 Prozent eingespart werden.
Gebäudekategorisierung und nachhaltige Planung
Bereits jetzt laufen vorbereitende Schritte für die zukünftige Struktur.
Nach der Kategorisierung der Sakralgebäude arbeitet der Bau- und Finanzausschuss derzeit auch an der Bewertung von:
- Pfarrhäusern
- Gemeindehäusern
- Grundstücksflächen
Dabei spielen auch Klimaschutz und Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle.
Jeska formulierte seine Perspektive so:
„Meine Visionen sind deutlich erkennbare Profilierungen der Standorte, die dann auch die Arbeit am nächsten Stellenrahmenplan von 2029 bis 2035 erleichtern.“
Neue Stellvertretung im Superintendentenamt
Zum Abschluss der Sitzung dankte Superintendent Jeska dem bisherigen Team seiner Stellvertretung.
Zehn Jahre lang unterstützten ihn:
- Pastorin Andrea Kruckemeyer (St. Katharinen)
- Pastor Guido Schwegmann-Beisel (Christuskirchengemeinde Hasbergen)
Nun übernehmen diese Aufgabe:
- Pastorin Inga Göbert (Apostel-Gesamtkirchengemeinde)
- Pastor Arne Schipper (Christus-Kirchengemeinde Belm)
Die Kirchenkreissynode bestätigte beide offiziell im Amt.
Weitere Themen der Synodensitzung
Neben den großen Beschlüssen wurden auch weitere Themen behandelt, darunter:
- Nachwahlen und Berufungen in Synodenausschüsse
- Berichte aus der konstituierenden Sitzung der Landessynode
- Maßnahmen zur Prävention sexualisierter Gewalt
- Entwicklungen im Klimaschutzmanagement
Weitere Informationen stellt der Kirchenkreis online bereit.

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