AWO Wohnanlage Sutthausen

AWO Wohnanlage Sutthausen © Osnabrücker Anzeiger

AWO Wohnanlage Sutthausen: Mit Sonnenschein im Rücken zurück nach Sutthausen

„Inspiriert von der AWO Bezirksverband Weser-Ems e. V. und von uns redaktionell aufbereitet.“

Knapp drei Monate nach dem massiven Wasserschaden kehren Klienten und Mitarbeiter der AWO Wohnanlage Sutthausen Schritt für Schritt an die Forststraße zurück. Was auf den ersten Blick nach einer guten Nachricht klingt, war und ist für alle Beteiligten mit großem Aufwand verbunden.

Denn nach der Zwischenlösung in Bramsche und in der Jugendherberge Osnabrück musste nicht nur improvisiert, organisiert und begleitet werden. Auch psychisch war die Zeit für viele sehr belastend.


Der Wasserschaden stellte alle vor eine Ausnahmesituation

Mitte Dezember wurde die Wohnanlage an der Forststraße plötzlich von einem schweren Schaden getroffen. Ein defekter Wärmetauscher im Technikraum unterspülte in vielen Bereichen den Estrich und verursachte erhebliche Schäden.

Von einem Tag auf den anderen war klar: Die bisherigen Wohnbereiche konnten so nicht bleiben. Gleichzeitig musste in kürzester Zeit Ersatz geschaffen werden. Für die Einrichtung, die Klienten und die Mitarbeiter begann damit eine intensive Phase voller Unsicherheiten, Entscheidungen und logistischer Kraftakte.


Zwei Ausweichstandorte, viele offene Fragen

Die Lösung führte an gleich zwei Orte: nach Bramsche und in die Jugendherberge Osnabrück.

Die Jugendherberge war eigentlich geschlossen. Auch das Haus Sonnenschein der AWO Pflegeeinrichtung in Bramsche war kurz vor Weihnachten nicht auf eine spontane Nutzung vorbereitet. Genau das machte die Lage so anspruchsvoll.

Einrichtungsleiterin Hannah Mogdans sagt dazu:

„Wir mussten überall viel improvisieren, aber offenkundig haben wir es gemeinsam trotz aller Herausforderungen geschafft.“

Dieser Satz bringt die vergangenen Monate treffend auf den Punkt. Denn kaum etwas lief nach Plan. Gleichzeitig zeigte sich, wie viel möglich ist, wenn viele Menschen in einer Notlage zusammenhalten.


Der Notumzug nach Bramsche musste sofort gelingen

Der Umzug nach Bramsche musste notgedrungen bereits am 19. Dezember erfolgen. Viel Zeit für Vorbereitung blieb nicht.

Hannah Mogdans beschreibt, wie groß die Unterstützung damals war:

„Der Umzug nach Bramsche musste notgedrungen am 19. Dezember erfolgen – dafür holten unsere hiesigen Firmen teils sogar ihre Mitarbeitenden aus dem Urlaub, anderenfalls hätte das alles nicht funktioniert.“

Binnen kürzester Zeit wurde in Bramsche die nötige Technik installiert. Dazu gehörten unter anderem:

  • Starkstrom
  • Notlicht
  • der Umzug der kompletten Kantine aus Sutthausen
  • der kurzfristige Transport von Industriekühlschränken

So entstand in kurzer Zeit eine funktionierende Übergangslösung. Doch nicht alle Klienten konnten aus beruflichen Gründen mit nach Bramsche umziehen. Gleichzeitig war ein Verbleib in der Wohnanlage nicht möglich.


Die Jugendherberge Osnabrück wurde zur wichtigen Hilfe

Weil nicht alle Betroffenen nach Bramsche wechseln konnten, wurde auch die Jugendherberge Osnabrück zu einem entscheidenden Ort der Unterstützung. Obwohl dort eigene Schließzeiten und Sanierungen geplant waren, öffneten sich die Türen.

Hannah Mogdans betont:

„Wir sind den Verantwortlichen ungemein dankbar, dass sie uns und den Klient*innen diese Chance gegeben und uns so massiv unterstützt haben.“

Besonders wertvoll war dabei nicht nur die schnelle Bereitschaft. Auch viele konkrete Hilfen machten den Alltag leichter. Dazu gehörten:

  • der Stopp eigener Planungen
  • die Freigabe von Waschmarken
  • die Schaffung von Kühlmöglichkeiten für private Lebensmittel
  • ein stetiger und wertvoller Informationsfluss

Mogdans macht deutlich, wie wichtig das war:

„Das alles war nicht selbstverständlich und hat uns in einer Extremlage viel Erleichterung verschafft.“


Viele Unterstützer halfen in einer schwierigen Zeit

Neben der Jugendherberge trugen noch weitere Unterstützer viel dazu bei, dass die Situation bewältigt werden konnte.

So besuchte die Psychosoziale Assistenz Osnabrück die Klienten regelmäßig in der Jugendherberge. Die HHO ermöglichte ihnen durch Fahrdienste weiterhin die Teilnahme an ihren Maßnahmen. Zusätzlich organisierten die „Hausarztpraxis – Ihre Hausärzte“ und auch der Konsiliararzt eine wöchentliche Visite am Standort Bramsche.

Gerade in einer Phase, in der sich gewohnte Abläufe aufgelöst hatten, waren solche verlässlichen Angebote besonders wichtig.


Der Alltag blieb trotz aller Hilfe voller Hürden

So wertvoll diese Lichtblicke waren, so groß blieben die Herausforderungen.

Es fehlten Verpflegungsmöglichkeiten. Der Abfalltransport musste notgedrungen selbst organisiert werden. Hinzu kamen ein neues soziales Umfeld und weite Fahrten zu notwendigen therapeutischen Terminen.

All das verlangte Hannah Mogdans und ihrem Team viel Resilienz ab. Gleichzeitig mussten auch die Klienten selbst mit enormen Veränderungen umgehen. Gewohnheiten brachen weg, Wege wurden länger, Strukturen mussten neu gefunden werden.


Auch der Rückumzug nach Sutthausen ist ein Kraftakt

Jetzt geht es zurück gen Sutthausen. Doch leichter wird es dadurch nicht.

Alle Klienten hatten ihre frühere Bleibe verständlicherweise mit viel Gepäck verlassen. Fernseher und Fahrräder eingeschlossen. Nun muss alles wieder zurückgebracht werden. Dazu kommen zahlreiche Akten sowie Mobiliar der Einrichtung, darunter auch die komplette Werkstatt für die Tagesstruktur.

Hannah Mogdans sagt dazu:

„Die Touren sind einfach unzählig.“

Und genau das beschreibt die Lage sehr treffend. Denn der Rückumzug ist keine kurze Übergangsphase, sondern ein weiterer großer organisatorischer Schritt.


Nach der Rückkehr beginnt direkt die nächste Aufgabe

Mit der Rückkehr an den Standort Sutthausen kehrt noch längst keine Ruhe ein.

Denn die in Bramsche genutzten Häuser müssen wieder in ihren Ursprungszustand versetzt werden. Gleichzeitig müssen alle Einzelkosten dieser umfangreichen Aktion an beiden Standorten erfasst, geprüft und anschließend bei der Versicherung eingereicht werden.

Parallel dazu stehen weitere Aufgaben an:

  • Klienten müssen sich in Sutthausen neu einrichten
  • Mitarbeiter müssen wieder in gewohnte Abläufe finden
  • der reguläre Arbeitsalltag muss Schritt für Schritt zurückkehren
  • zusätzliche Termine mit Gutachtern, Sachverständigen und Technikern laufen weiter
  • Krisengespräche und Abrechnungen binden weiterhin Zeit und Kraft

Damit wird klar: Auch nach dem eigentlichen Rückzug bleibt die Belastung hoch.


Große Anerkennung für Mitarbeiter und Unterstützer

Wie außergewöhnlich der Einsatz in dieser Notlage war, betont auch Thomas Elsner, Vorstandsvorsitzender der AWO Weser-Ems.

Er sagt:

„Was hier von allen Mitarbeiterinnen und Unterstützerinnen in einer echten Notlage zu einem denkbar unglücklichen Zeitpunkt geleistet wurde, beeindruckt enorm.“

Und weiter:

„Dieses Herzblut und dieses Engagement sind keinesfalls selbstverständlich, wir sind den Kolleg*innen überaus dankbar.“

Diese Anerkennung zeigt, wie viel in den vergangenen Monaten geleistet wurde. Nicht nur organisatorisch, sondern auch menschlich.


Was die AWO Wohnanlage Sutthausen auszeichnet

Die AWO Wohnanlage Sutthausen in Osnabrück ist eine sozialpsychiatrische Einrichtung für Menschen mit einer wesentlichen und nachgewiesenen seelischen Behinderung.

Die Klienten leben mit den Folgen psychischer Erkrankungen nach ICD-10, die bereits länger als sechs Monate andauern. Dazu gehören unter anderem:

  • Schizophrenie und wahnhafte Störungen, also Psychosen
  • affektive Störungen wie Depressionen und Manie
  • Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, etwa Ängste und Zwänge

Die 2019 gebaute Anlage bietet Platz für 56 Menschen. Sie ist in ein Wohngebäude und ein Tagesstrukturgebäude aufgeteilt.


Moderne Einrichtung mit klarem Ziel: mehr Selbstständigkeit

Die AWO Wohnanlage Sutthausen gilt innen wie außen als modern. Ein zentraler Ansatz ist der geförderte Trialog, also das Zusammenwirken von Fachkräften, Klienten und dem sozialen Umfeld.

Gerade durch spezielle bauliche Gegebenheiten und Tagesstruktur-Angebote direkt vor Ort gilt dieses Konzept als vorbildlich.

Das multiprofessionelle Team ermutigt, unterstützt und begleitet die Klienten dabei, ihre Fähigkeiten zu nutzen und weiterzuentwickeln. Ziel ist es, besser mit Erkrankungen oder Behinderungen umzugehen, um langfristig wieder selbstständiger und möglichst außerhalb einer besonderen Wohnform leben zu können.


Rückkehr mit Hoffnung und viel geleisteter Arbeit

Die Rückkehr nach Sutthausen ist ein wichtiges Signal. Sie steht für Stabilität, für Zusammenhalt und für einen Neustart nach einer sehr belastenden Zeit.

Gleichzeitig zeigt die Geschichte der AWO Wohnanlage Sutthausen, wie viel Organisation, Einsatz und Menschlichkeit nötig sind, wenn eine Einrichtung plötzlich aus dem gewohnten Alltag gerissen wird. Für die Klienten und die Mitarbeiter war diese Zeit eine enorme Herausforderung. Dass der Weg zurück nun gelingt, ist vor allem eines: eine starke Gemeinschaftsleistung.


🌍 Über die AWO Weser-Ems

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In rund 80 Einrichtungen werden soziale Dienstleistungen angeboten – von Pflege und Kinderbetreuung
über psychosoziale Teilhabe bis hin zu individueller Beratung.

Als politischer Verband setzt sich die AWO Weser-Ems für eine demokratische, gerechte und solidarische Gesellschaft ein.

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